Kurz vor der Durchsage, dass die Kabinen verlassen werden müssen, klingelt der Wecker. Ich lasse mich dieses mal nicht mehr so fest stressen 😅. Gemächlich machen wir uns und das Gepäck fertig, checken aus und gehen an Deck und essen unser mitgebrachtes Frühstück. Die Sonne scheint bereits 🌞. Während ich auf Deck bleibe und die Stimmung geniesse, geht Flo auf die Suche nach einer Steckdose. Die elektronischen Geräte müssen geladen werden, da in der Kabine kein Strom auf den Steckdosen war. So geht die Zeit dahin. Wir ’stehen‘ für längere Zeit auf dem Meer und warten auf die Hafen Einfahrt. Vor und hinter uns stehen weitere Fähren mit dem selben Ziel. Mit ca. 1h Verspätung legen wir in Bari an. Wir steigen aus und gehen zum Zoll. Der Weg dahin überhitzt mich heute ein erstes mal 😐. Alle Pässe werden sehr genau kontrolliert, so zieht sich dies in die Länge. Da der Bahnhof ein Stück vom Hafen entfernt liegt, bleiben die Rucksäcke während der Bari Besichtigung an unseren Rücken. Diese Tatsache und die soo heissen morgendlichen Temperaturen, trüben meine Stimmung und ich kann zu Beginn die Schönheit von Bari nicht geniessen. Flo meint irgendwann, dass es nun Zeit für ein Kaffee ist und wir setzten uns in der Nähe einer Kirche in ein Restaurant in den Schatten. Die Erfrischung kommt zur Richtigen Zeit und von unserem Platz aus beobachten wir ankommende Hochzeitsgäste, alle sehr hübsch herausgeputzt, welche zur nahen Kirche schreiten. Für einen Moment muss ich meine Ellbogen ausfahren. Am Tisch hinter mir wechseln die Gäste, es setzen sich zwei snobisch wirkende junge Herren aus dem ‚grossen Kanton‘. Sich benehmend, als wären sie das wichtigste auf der Welt 🤮. Etwas abgekühlt spazieren wir weiter. In den schattigen Gassen ist es temperaturmässig angenehm und mir gefällt Bari ❣️. Ich kaufe ein Magnetli und ein kleines ‚cuty lemon‘ Portemonnaie für mein grosses ‚Gottemeitli‘. Wir laufen weiter durch die Gassen und sehen wie ‚Ohrmuschelnpasta‘ (Orecchiette) in Wohnküchen hergestellt, in den Gassen getrocknet und direkt verkauft werden. Wir kaufen zwei kleine Säckchen. Eines als Dankeschön für meine Eltern, welche meine Wohnung hüten 🤗. Langsam laufen wir weiter Richtung Bahnhof. In einem Spar kaufen wir Getränke für die Zugfahrt. Für Essen werden wir nicht fündig. Draussen verstauen wir die Einkäufe. Ich will die Teigwaren in meinen Tagesrucksack packen, doch der Platz reicht nicht. Mein zweiter Tagessaussetzer. Irgendwie ist mein Nervenkostüm grad sehr dünn 🫣. Flo packt kurzerhand die Ohrmüscheli, verstaut diese in seinem Rucksack und geht weiter auf der Suche nach Mittagessen. In einer Bäckerei im Bahnhof wird er fündig. Mehr oder weniger schweigend verbringen wir die Wartezeit und die geplante Zugfahrt bis Termoli. In Termoli haben wir knapp eine Stunde Aufenthalt bis der Anschlusszug nach Pescara fährt. Wir suchen ein Hotel in Pescara. Kurz vor der Bestätigung der Buchung, ein letzter Blick zur Anzeigetafel. 🤔 Eine angezeigte Verspätung von mehr als einer Stunde. Wir warten mit der Hotelbuchung. Flo prüft den Fahrplan auf der App, da ist keine Verspätung angegeben. Also doch los aufs Perron. Plötzlich geht ein Raunen durch die wartende Menge, welche nichts gutes ahnen lässt und tatsächlich – Ausfall des Zuges. Wie planen wir nun weiter? Warten wir eine Stunde und nehmen den nächsten Zug nach Pescara? Bleiben wir in Termoli und fahren morgen mit dem Regionalzug bis Ravenna [unser vorhesehenes Tagesziel für morgen, Anm. v. FlO]? Dies würde eine Zugfahrt von etwa 7h bedeuteten. Es folgt ein Abwägen der verschiedenen Optionen. Wir entscheiden in Termoli zu übernachten und für morgen den Frecciarossa bis Parma zu buchen [eigentlich haben wir ein „3-Tages-Regionalzug-GA“ Italia in tour für heute bis übermorgen, 35€ p.P., ein Schnäppchen. Doch manchmal sind Anpassungen erfroderlich, um das Reisen auch geniessen zu können 😉, Anm. v. FlO]. So machen wir das auf der Bahnhofbank sitzend. Das gebuchte Appartement liegt nah und wir müssen vor der Tür noch eine Weile warten bis ich die Zugangsdaten erhalte. Flo setzt sich in den Schatten, geplagt von Kopfweh. Bald steigen wir die steilen Treppen hoch bis zum Dachstock. Uns erwartet eine geräumige, angenehm gekühlte Wohnung. Ich werde informiert, dass die Sachen im Kühlschrank konsumiert werden dürfen. So trinken wir genüsslich gekühlten Icetea und legen uns für einen Moment hin. Anschliessend befassen wir uns mit dem Übernachtungsort. Ein schmuckes und historisches Altstädtchen soll es hier geben [Termoli stand bei der Planung der Rückreise bereits einmal im Raum, ich habe mich damals schon etwas damit befasst, mit Wegfall als Etappenort habe ich das auch wieder etwas vergessen… Anm. v. FlO]. Dieses wollen wir uns anschauen und so raffen wir uns auf, das Appartement noch einmal zu verlassen [mein Kopf ist noch nicht ganz fit, aber es geht etwas besser, Anm. v. FlO]. Bereits die Fussgängerzone des neueren Stadtteils zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Es scheint ein herausgepützeltes Städtchen (hier gibt’s wieder öffentliche Abfalleimer. Diese waren in Albanien sehr rar, dafür Abfall und Plastik überall auf dem Boden). Unser Spazieren führt uns Richtung Meer zur Altstadt und ah so ein schönes Örtchen. Wir flanieren durch die Gassen, bestaunen die Sonnenuntergangsstimmung über dem Meer und setzen uns in die Pizzeria Generale custer für das Abendessen. Weiteres Schlendern nach dem Abendessen. Auf dem Rückweg stoppen wir bei einer der zahlreichen Gelaterias, der Yo-Go Gelateria Yogurteria. Genüsslich schlecken wir ein Eis, laufen den restlichen Retourweg und legen uns erschöpft schlafen. Der anstrengende Tag hat ein völlig ungeplantes, überraschend schönes Ende gefunden.
Ein Kommentar zu „10. Juli 2026 | Zurück in Italien, Bari, Regionalzüge und Pläne, die sich ändern (müssen)…“
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Oh wow mega schön, so wundervolle Fotos…so schöne Orte, Gebäude, Mosaikböden, das Meer und bunt strahlende Sonnenuntergänge…
Danke ihr Lieben, hoffentlich geht es deinem Kopf wieder gut, liebe Florian❣️🤗


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