Ein letztes Mal frühstücken wir mit Aussicht auf der Dachterrasse des Hotels. Gesättigt gehen wir retour ins Hotelzimmer, packen und verabschieden uns von dem herrlichen Ausblick. Der Check-out verläuft problemlos, die Rücksäcke werden in den Gepäcksaufbewahrungsraum gebracht. Unser Zug nach Sofia fährt erst Abends, so bleibt uns Zeit für eine weitere Erkundungstour. Ohne Plan lassen wir uns durch die Stadt treiben. Ungeplant passieren wir mehrere Kirchen, welche wir besichtigen. Einzelne nur von aussen, andere sind für Besucher offen. Allen gemeinsam ist, dass sie stark bewacht werden. Kirim Kilisesi, Santa Maria Draperis Kilinesi und Basilica of St. Antuan. Nach den Besichtigungen überkommt uns plötzlich ein unglaubliches Durstgefühl – schnell muss Flüssigkeit her. Wir stoppen im Restaurant Artist’s und beobachten während dem trinken ein Katzenmami mit ihren kleinen Kätzchen 💞. Auf dem weitern Spaziergang in Richtung Hafen laufen wir an einer weiteren Kirche vorbei. Auch diese besichtigen wir Aya Triada Rum Ortodoks Kilisesi. Unser Ziel ist noch immer der Hafen und dahin nehmen wir nun Kurs. Es geht bergab und in einer Seitengasse essen wir einem kleinen Restaurant Burek (Meşhur Sarıyer Börekçisi). So jetzt aber endgültig zum Meer. Wir gehen in den Galataport und befinden uns in einer hochmodernen Umgebung. Wir schlendern durch die teuren, westlichen Läden, bestaunen das Kreuzfahrtschiff im Hafen und spielen mit verschiedenen Fotosujets. Es ist sehr windig und Flo versucht geduldig eine Möwe beim Abflug zu fotografieren. Es will leider nicht klappen 📸. Jetzt ist noch ein Dessert ausstehend und wir gehen zu MADO und essen Künefe. Beim Sitzen und Essen beobachten wir eine hochaltrige, an einem Stock gehende Dame, welche emsig versucht Taschentücher zu verkaufen. Wir werden beide nachdenklich und sehen, wie das Überleben im Alter verschiedene Gesichter haben kann. Flo geht zu der Dame und kauft. Diese bedankt sich höflich. Gemütlich gehen wir retour in die Unterkunft und lassen uns die Backpacks aushändigen. Wir werden gefragt ob wir noch etwas trinken möchten. Wir nehmen das Angebot an und setzten uns in die prächtigen Sessel in der Lobby. Danach wird es Zeit aufzubrechen um zum Bahnhof Halkali zu fahren, in welchem der Istanbul- Sofia Express losfährt. Dieser ist ein Stück entfernt, wir fahren mit der Metro. Diese ist gut gefüllt und wir sind froh, dass das Gedränge nur eine Station anhält. Angekommen in Halkali begeben wir uns in den Warteraum. Flo überkommt der Hunger und er beschliesst aus dem Automaten ein Käsesandwich zu holen. Er kommt retour, ohne Sandwich mit verwirrtem Gesicht. Sofort denke ich – oh – ist das Portemonnaie weg? Und tatsächlich, lässt sich dieses nicht mehr auffinden. Wir studieren und studieren wo das Portemonnaie mit samt des restlichen Geldes (es war zum Glück nicht mehr viel), den Bankkarten und der ID weggekommen sein könnte. Schnell kommen wir zum Schluss, dass dies wohl im Gedränge in der Metro passiert ist obwohl das Portemonnaie in einer Bauchtasche verstaut war. Tja – so war es nun und es blieb uns nichts anderes übrig als trotzdem in den Zug nach Sofia zu steigen. Unser zweier Abteil hatte viel Platz und verfügte sogar über einen Kühlschrank. Der Hunger und auch Durst war immer noch da und wir kaufen dem Zugbegleiter Börek und Cola ab (zu einem doch eher hohen Preis). Zu diesem Zeitpunkt war dies zweitrangig. Der Schreck hat seine Spuren hinterlassen und wir geniessen den Snack. Langsam verlässt der Zug den Bahnhof und fährt in der Abenddämmerung Richtung Bulgarien. Bei Edirne schauen wir aktiv aus dem Fenster und erinnern uns an diesen tollen Besuch vor ca. einer Woche. Im halbschlaf händigen wir an der Grenze zu Bulgarien unsere Pässe aus (dieser war zum Glück nicht entwendet worden) und nehmen diese wieder entgegen. Trotz des komfortablen Abteils schlafen wir unruhig und sind bei der Ankunft in Sofia etwas „under the weather“🥴.


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