Vorgesehen und gebucht ist die Hinreise von Zürich (ab 20.40 Uhr) nach Zagreb (an 10.38 Uhr) mit dem Nachtzug im 2er Schlafabteil. So sollen wir ausgeruht in Zagreb ankommen und entspannt in die Ferien starten.
Doch es zeigt sich schon einige Tage vorher, es wird wohl nicht ganz so entspannt werden. Die Benachrichtigung, dass aufgrund von Unwettern und Murgängen zwischen Landeck-Zams und Ötztal auf ein Schienenersatzverkehr umgestiegen werden muss, erreicht mich etwa eine Woche vor Abfahrt.
Von Landeck-Zams bis Zagreb ist es trotzdem noch eine weite Strecke, das Einrichten und schlafen wird etwas später, aber doch noch erholsam erfolgen können, mutmassen wir.
Frühzeitig am Bahnhof in Zürich angekommen, gehen wir noch zu Abend essen und etwas Proviant für die Reise einkaufen. So sind wir gerüstet und gehen dann rechtzeitig zu unserem Zug.
Wie angekündigt nicht in einem 2er Schlafabteil, sondern in einem 6er Sitzabteil sitzen wir alsdann Knie an Knie mit vier weiteren Personen im Zug. Pünktliche Abfahrt und alle sind mässig begeistert, aber doch einigermassen frohen Mutes. So reisen wir ohne besondere Ereignisse bis kurz vor Ötztal. Da kommt die Zugdurchsage, dass wir nun in Ötztal alle gemeinsam aussteigen, in Busse umsteigen, bis Landeck-Zams fahren und von dort dann wieder weiter reisen werden. Die Reise wird gänzlich ohne Schlaf- oder Liegewagen weitergeführt werden. Da zeigt sich, dass viele damit gerechnet haben, nach dem Bustransfer die Reise wie geplant im Liege- oder Schlafwagen fortsetzen zu können. Die Enttäuschung ist spürbar, eine gewisse Unzufriedenheit macht sich breit.
Trotz allem funktioniert das Umsteigen reibungslos, in Ötztal in bereitstehende Cars umgestiegen und von dort nach Landeck-Zams gefahren. Auch dort gut organisiert, verschiedene Züge stehen bereit. Trotzdem irren wir kurz etwas herum und rennen, um etwa 2 Uhr nachts, dann mit den Rucksäcken noch quer durch den Bahnhof. Wir erwischen den richtigen Zug, bis nach Innsbruck. Dort erneutes Umsteigen, hier nun auf den endgültigen Zug nach Zagreb. Es flammt wieder etwas Hoffnung auf, hier nun doch noch einen Schlafwagen zu bekommen.
Doch weit gefehlt. Wieder in einem vollen 6er Sitzabteil. Alle unzufrieden. Nach der Billett-Kontrolle verabschieden sich 2 aus dem Abteil, etwas mehr Platz zu viert im 6er. Trotzdem nur mässig gemütlich und die Fahrt dauert noch gut 7-8 Stunden.
Irgendwann, so etwas nach 4 Uhr, suche ich die Toilette auf und entdecke danach ein leeres Abteil. Wir beziehen nun dieses und können so doch noch ein wenig auf den Sitzen liegen und ausruhen. Deutlich angenehmer wie zuvor und doch noch viel unbequemer wie ursprünglich geplant.
Morgens, ein wenig ausgeruht, setzen wir uns etwas zu früh auf und es gesellen wieder Leute zu uns ins Abteil, fertig mit dem Liegen. Wir überstehen die letzten Stunden der Hinreise und kommen, trotz allem, fast pünktlich in Zagreb an.




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