Unser Wecker geht um 8 Uhr, wir wollen vor der Weiterreise noch einen Morgenschwumm machen. Also aufgestanden, Badesachen montiert und ab zum Strand. Das kühle Nass erfrischt… Danach in der bereits heissen Morgensonne trocknen, bevor wir in die Unterkunft zurück gehen, das Badezeug zum Trocknen auf die Terrasse legen und mit Packen beginnen. Wir haben Zeit, Checkout spätestens um 11 Uhr, unser geplanter Bus nach Vlorë geht um 12.30 Uhr im Stadtzentrum, ca. 20 Minuten Fussmarsch in der gleissenden Sonne von uns entfernt (inkl. einer kleinen, zu erklimmenden Erhebung). Wir sind um ca. 10.30 Uhr so weit bereit, die Badesachen sind beinahe trocken, wir haben fertig gepackt. Also checken wir aus und laufen los. Etwa 5 Minuten weiter ist eine Tankstelle, davor warten auch einige Busse, angeschrieben mit Tirana, wir fragen kurz nach, Vlorë geht auch, wir laden unser Gepäck ein, bezahlen und setzen uns in den warmen, schon ziemlich gefüllten Bus. Wir sitzen in der hintersten Reihe, zwischen einem deutschen Pärchen, das sich wohl schon erhofft hat, die ganze hintere Reihe für sich zu haben. Nichts da. Kurz vor Abfahrt steigen noch zwei deutsche Frauen ein, nun ist der Bus wirklich bis fast auf den letzten Platz voll (auch unsere hinterste Reihe). Um 11 Uhr fahren wir los. Im Bus sind wohl mehrheitlich Tourist_innen, die meisten wohl auf dem Heimweg über Tirana. Die Strecke verläuft mehr oder weniger entlang der Küste, bietet immer wieder atemberaubende Aussichten auf Küste und Meer. Und im Bus garen die Passagiere vor sich hin, es tropft und keucht… Und wer kann, fächert sich etwas Luft zu. Denises Fächer von der Reise nach Istanbul vor 2 Jahren macht sich einmal mehr bezahlt (ursprünglich wollte sie ihn dieses Jahr zuhause lassen…). Es geht hoch und wieder runter, kurvenreich. Wir fahren mitten durch eine Ziegenherde und nach knapp zwei Stunden kommt die Ebene von Vlora in Sichtweite, die Gegend hier, insbesondere der nicht weit enfernt gelegene Vjosa-Naturpark, hat in den letzten Monaten ja eine gewisse internationale Aufmerksamkeit und Berühmtheit erlangt… Vom Hügel fahren wir hinunter in die Ebene und am äusseren Stadtrand, an einem Kreisel, werden wir aus dem Bus gelassen. Der Busmann zeigt uns, wohin es zur Stadt geht und in welche Richtung dann die Busse nach Berat (dahin geht’s morgen weiter) fahren. Also starten wir. Mit uns ist noch eine Frau ausgestiegen, sie spricht uns an, allerdings auf Albanisch… Die Verständigung klappt nicht so wirklich und sie zieht dann etwas frustriert davon. Wir ebenfalls. Entlang der mehrspurigen Strasse in der prallen Sonne um ca. 13 Uhr. Nach rund 15 Minuten Garzeit erreichen wir die Busstation, klären da noch die Abfahrtszeiten nach Berat, morgens früh und um 13 Uhr. Ursprünglicher Plan: Hier in der Nähe essen (wir haben heute noch gar nichts gegessen…) und dann eine Unterkunft in der Nähe suchen (die heutige Spontanität kommt von Denise, einfach schauen, ob wir einen Bus bekommen und dann vor Ort für eine Unterkunft schauen 👍🏻😎🤩). Wir gehen der Strasse entlang weiter und garen bei Ober- und Unterhitze 🥵🥵🥵. Am Strassenrand hat es eher Cafés, aber keine Restaurants. Wir beschliessen, doch in Richtung Strand/Zentrum zu gehen. Es zieht sich. Die Hitze und der Hunger machen sich irgendwann auch in unserer Interaktion bemerkbar. Wir erreichen das Zentrum nach rund eineinhalb Stunden Spaziergang und finden ein Restaurant, ohne gross auf die Menu-Karte zu schauen, setzen wir uns [Anm. Denise: Nach diesem Marsch habe ich keine Nerven mehr noch von Restaurant zu Restaurant zu laufen – wobei ich diesen grundsätzlich auf meine Kappe nehme😂- ein Taxi wollte ich ja nicht💧]. Die (vegetarische) Auswahl ist begrenzt, ich bestelle Pommes und gegrilltes Gemüse, Denise Shrimpsbällchen. Dann noch einen kalten Kaffee (wir glauben, die Kellnerin hat diesen selbst in einem Café etwas weiter vorne geholt 😅). Wir schauen für Unterkünfte und entscheiden uns für das Hotel Zeneli, gleich hier über die Strasse. Nach dem Bezahlen gehen wir dahin, sie haben noch Platz, der Preis ist höher wie auf Booking, darauf angesprochen wird uns der Booking-Preis gewährt. Eingecheckt und erst mal etwas herunterkühlen 😅🫠.
Um ca. 17 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Wir beginnen mit der Pyramide von Vlora. Von da sehen wir das Museum der Unabhängigkeit, direkt dahinter. Spontan machen wir auch da einen Besuch. Es ist nicht sehr gross, einige kleine Räume, viele Fotos. Wir erhalten eine kurze Einführung ins Museum und einige wichtige Eckdaten, dann sehen wir uns alleine etwas um. Danach stellen wir fest, dass wir beide noch Hunger haben. Trotzdem besuchen wir zuerst noch den nahen LC Waikiki, diesen hat Denise, trotz allen Strapazen der Anreise, sofort entdeckt. Wir verlassen ihn, oh Wunder, mit leeren Händen 😅🤲🏻. Wir schlendern noch ein wenig herum und landen dann an der Strandpromenade, die Sonne steht bereits etwas tiefer und wir wagen es, der Strandpromenade entlang der Restaurants zu gehen. Es ist etwa 18 Uhr, wir schwanken zwischen Snack, Zvieri und Cocktail… Letztendlich entscheiden wir uns direkt für Abendessen und setzen uns in ein Restaurant. Denise bestellt Chicken, ich eine Pizza. Anschliessend schlendern wir weiter entlang der Promenade, zwischen hohen Palmen und blicken aufs Meer zur untergehenden Sonne. Wir beobachten, wie die Sonne am Horizont im Meer untergeht, dann drehen wir wieder um und gehen die Promenade zurück. Unterwegs kommen wir an einem kleinen Markt vorbei, da steht ein mobiler Barber-Bus. Denise stürmt schon seit Tagen… Also setze ich mich hier zum Barber und erhalte einen Bartschnitt. Danach flanieren wir weiter, Denise erwirbt sich einen Vlora-Magneten, wir drehen 5 Runden im kleinen Riesenrad (dieses hier scheint gut gewartet und sieht deutlich vertrauensvoller aus wie das in Sarandë, es knarrt auch nicht 😅).
Wir kaufen noch Getränke ein, kommen noch an einer Bühne mit lauter Musik und Gesang vorbei (fast bei unserem Hotel, wir hören es vom Zimmer aus noch etwas…), machen in einer Konditorei einen kurzen Zwischenstopp und dann zurück ins Hotel, wo wir, nach einer erfrischenden Dusche, noch die Desserts aus der Konditorei illegalerweise (Essen ist im Zimmer verboten) essen. Und dann wird geschlafen.


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