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30. Juni 2026 | Und ab in Albaniens Hauptstadt: Tirana.


Nach dem uns der Wecker geweckt hat, stehen wir gemächlich auf und gehen auf der Terrasse ein Stockwerk höher frühstücken. Dabei können wir nochmals den Blick auf Mengalem, den fotobekanntesten Stadteil Berats, werfen. Das Buffett ist nicht riesig, es hat aber alles und verschiedenste Kuchen, die wir ausprobieren ☺️😋. Danach bereiten wir im Zimmer den Reisetag vor, packen etc. Wir checken aus und spazieren mit geschulterten Rucksäcken rüber zur Bushaltestelle, wo wir gestern angekommen sind, ich setze meinen neu erworbenen Sonnenschirm schon ein und er hilft besser als erwartet. In Gegenrichtung steht auch ein Schild, wir gehen davon aus, dass unser Stadtbus zum Busbahnhof hier fährt. Wir werden von einer anderen Touristin gefragt, ob hier der Bus zum Busbahnhof fährt, wir teilen unsere Vermutung. Ein Stück gehen wir ein Strässchen hoch und setzen uns vis-à-vis des Pashators in ein kleines Café, Denise trinkt einen Cappuccino freddo, ich einen türkischen Kaffee. In der Zwischenzeit haben wir einen Bus durchfahren sehen, etwa eine halbe Stunde später wird wohl der nächste kommen, also gehen wir noch auf Toilette, bezahlen und machen uns dann zur Bushaltestelle auf. Ca. 10.45 Uhr stehen wir an der Bushaltestelle bereit, schön in der Sonne… Es ist leicht warm 🥵🥵. Bald kommt der Bus, wir steigen ein und kommen etwas später am Busbahnhof an. Ausgestiegen sehen wir einen Kleinbus dastehen, angeschrieben mit Tirana. Wir laufen auf diesen zu, als von hinten Rufe „Tirana, Tirana“ kommen. Ein Mann winkt hinter uns und zieht auf einen Bus weiter vorne. Wir drehen um, laden unser Gepäck ein, was vom Mann mit „Bravo, bravo“ kommentiert wird (mit den Einladekünsten des vorherigen Touristen war er nicht so begeistert…). Dann steigen wir ein, kaum sind wir im Bus, schliessen sich hinter uns die Türen und der Bus rollt los. Wir sitzen noch nicht einmal. Wir gehen nach hinten und finden zwei freie Plätze, nicht nebeneinander aber fast. Im Bus scheinen wieder mehr Einheimische als Touristen zu sein. So fahren wir und wie bereits gewohnt, wird bei Abfahrt kurz etwas gekühlt, danach heizt sich das Fahrzeug langsam wieder auf. Vorne sitzt noch ein junger Mann auf einem Hocker, dieser wird noch leicht umplatziert bis er richtig steht 😂. Unterwegs steigen Leute aus und ein, der Busbegleiter schaut jeweils, dass sie sitzen und sorgt dafür, dass ihnen Platz gemacht wird. Ich schreibe ein wenig am Blog und lese mich über Tirana grob ein. Dabei entdecke ich den Tipp zu Free Walking Touren und wir buchen spontan eine auf Deutsch für heute Abend um 18 Uhr. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden und etwas nach 13 Uhr kommen wir in Tirana an. Der Busbahnhof wirkt hier etwas chaotisch, ein neues Terminal scheint im Bau. Trotzdem scheint es eine gewisse Ordnung und Struktur zu haben, sie bleibt uns noch verborgen… Wir folgen einem weiteren Touristen und gehen in Richtung Stadtbus, zuerst queren wir mit zahlreichen anderen eine gut befahrene Strasse, dann noch etwas weiter nach vorne, da steht der Bus bereits. Wir steigen ein und der Bus fährt auch schon los. Im Bus kommt der Billettverkäufer, ich gebe ihm den Fahrpreis (50 Lek p. P.) und erhalte zwei Tickets. So läuft dies allgemein hier in den Bussen. Der Verkäufer achtet bei jeder Station, wer neu zusteigt und geht dort einkassieren. Regen setzt ein. Etwas später sind wir dann im Zentrum, da wir nicht genau wissen, wie der Bus weiter fährt, steigen wir sicherheitshalber aus. Der Regen hat wieder aufgehört 😅.

Wir gehen über den Skanderbeg-Platz und sehen da schon einige der Sehenswürdigkeiten. Danach noch ein, zwei mal über die Strassen, wir nehmen in dieser verkehrsreichen Stadt jeweils den Fussgängerstreifen mit Ampel (rot und grün für Fussgänger wird durch den Doppeladler angezeigt) und gelangen so zu unserer Unterkunft Hotel Boutique Vila 135. Es ist 14.10 Uhr und wir können direkt einchecken. Auch hier werden wir darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt ist, im Zimmer zu essen. Das Zimmer ist beteits angenehm heruntergekühlt, unsere schweissnasse Kleidung gefriert schon fast 😂. Wir ruhen aus und kühlen etwas runter, essen, trotz Verbot, unsere Resten vom gestrigen Abendessen. Um etwa halb Vier machen wir uns dann langsam wieder auf, wir wollen nochmals etwas kleines essen, ein wenig herumspazieren und dann um 18 Uhr auf die Stadtführung. Wir laufen zum Basar uns stöbern da ein wenig herum, es ist eher ein grosser Souvenirshop-Basar 😅 und Tabak gibt es auch in grösseren Mengen. Wir kaufen nichts, setzen uns in eines der rundherum angesiedelten Restaurants und essen da ein spätes kleines Mittagessen. Dann drehen wir noch eine Runde um den Basar und gehen langsam in Richtung Treffpunkt. Unterwegs beschauen wir noch diverse Magnetli und schauen aich schjon mal, an welcher Bushaltestelle in der Nähe ein Bus zum Busbahnhof fährt.

Um 17.50 Uhr sind wir, wie geplant beim Treffpunkt, den Treppen bei der Oper am Skanderbeg-Platz. Verschiedene Guides stehen mit roten Schirmen bereit, wir gehen zu dem mit der Deutschlandfahne drauf. Er instruiert uns kurz und sagt, wir starten in ca 15 Minuten, wir können noch im Schatten warten. Also warten wir im Schatten, beobachten das Treiben und die aufziehenden dunklen Wolken, vorsorglich haben wir unsere Regenpellerinen aus Istanbul dabei. Kurz nach 18 Uhr startet unsere Tour dann, wir sind in der Tour auf Deutsch nur zu zweit, eine Privatführung quasi, die anderen auf Englisch und Spanisch sind deutlich grösser. Wir erhalten eine kurze Einführung über rund 3000 Jahre Geschichte Albaniens, sicher mit einer leicht subjektiven Prägung, aber trotzdem interessant. Informationen über die Namensentwicklung Skanderbegs und den Unterschied zwischen Albanien und Shqipëria. Nach dieser Einführung gehen wir los, er holt noch einen weiteren Schirm aufgrund des Wetters, noch ist es aber trocken. Ungefähr folgende Route machen wir:

Unterwegs gehen wir durch Ecken, in welchen sich grössere Polizeiaufgebote mit Wasserwerfer und vergitterten Kastenwagen aufgestellt haben. Sie warten und wirken locker, Passanten gehen unbeirrt an ihnen vorbei, wir ebenfalls. Unser Guide schreitet mit zügigen Schritten voran, wir sind gut zu Fuss, ohne unsere grossen Rucksäcke unterwegs und mögen ihm  gut nach. Nach fast zwei Stunden ist die Tour zu Ende, wir geben „Trinkgeld“ (Empfehlung ist so 15-20€ p. P., 5 € p. P. bezahlt der Guide für die Nutzung der Plattform), wir waren zufrieden, hatten eine Privattour und unterstützen unseren Guide mit der oberen Empfehlungsgrenze. Danach spazieren wir selbst noch ein wenig herum, auf der Suche nach einem Restaurant und setzen uns dann in eine eher zentral gelegene, unspektakuläre Pasta-Pizzeria… Wir werden satt. Langsam spazieren wir dann zurück, kommen noch bei der Zentralmoschee (weitere Infos von Wikipedia zur Grossen Moschee von Tirana) vorbei und besichtigen diese, auch von innen. Es ist die erste Moschee, die wir durch unterschiedliche Eingänge betreten und besichtigen, ich durch die Männertüre in den Hauptsaal, Denise durch den Fraueneingang, eine Wendeltreppe hoch und auf die Balkone. Hier blicken die Frauen auf die Männer herab 😉. Die Moschee ist neu, schön und erinnert uns an die blaue Moschee in Istanbul. Nach der Besichtigung flanieren wir weiter, hören Rufe… Schon zuvor haben wir von weitem die Demonstration gesehen, jedoch an einem anderen Eck. Jetzt sehen wir sie fast direkt vor uns. Wir betrachten, wie der Demonstrationszug an uns vorbei zieht, Menschen jeden Alters, Familien, Frauen, Männer… Friedlich. Voraus fahren verschiedene Medienfahrzeuge, auf den Dächern sitzen die Kameraleute. Der Umzug scheint kein Ende zu nehmen. Etwas weiter vorne, es scheint mehr oder weniger vor der Moschee, versammeln sie sich. Wären wir etwas länger bei der Moschee geblieben, wären wir wohl nicht mehr ganz so leicht weg gekommen 😅😉. Nun spazieren wir definitiv zurück zum Hotel, nur noch einige kurze Fotostopps und ein Blick in eine weitere, grosse Public Viewing Zone (wir haben in verschiedenen Städten in Albanien schon solche gesehen). Wir überlegen noch, ob wir den Aufenthalt in Tirana noch um eine Nacht verlängern wollen, es gibt noch einiges, was wir tun und sehen wollen… Wir entschliessen uns, den morgigen Tag abzuwarten und zu schauen, was wir alles mögen…,[Anm. Denise: Für heute sind meine Beine sooo müde].


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